Als der Traum von Bali platzte...

Schon lange war eine Reise nach Bali geplant – nach all dem positiven Feedback stand dieses Reiseland ganz oben auf meiner Liste. Monatelang planten wir einen Backpacker Trip auf der Insel, doch innerhalb von nur 2 Wochen wurden alle Pläne komplett über den Haufen geworfen: Mother Nature hat zugeschlagen und am 29.07.2018 ein gewaltiges Erdbeben auf der Nachbarinsel Lombok ausgelöst. Wir beobachteten die Lage über Tage hinweg und unglücklicherweise bebte die Erde wieder und wieder. Hunderte Menschen verloren ihr Leben, Hundertausende ein Dach über dem Kopf. Auch wenn Bali zu diesem Zeitpunkt noch relativ sicher war, konnten wir es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, dort Urlaub zu machen, wo nur wenige Kilometer weiter Menschen solch ein Schicksal erleiden mussten.

Eine Alternative musste her!

Es waren nur noch wenige Tage bis zum Abflug, als wir den endgültigen Entschluss fassten, unsere Reisepläne komplett zu ändern. Glücklicherweise haben wir im März den Langstreckenflug bis Singapur gebucht und von dort aus einen weiteren Flug nach Bali, sprich wir konnten diesen verfallen lassen.  Eine geeignete Alternative zu finden, gestaltete sich in der kurzen Zeit jedoch schwieriger als gedacht, da man in vielen Ländern den Sommermonsun beachten musste. Also gingen wir die Nachbarländer durch, Thailand? Nope, Flüge auf das trockene Koh Samui waren zu teuer und auf Krabi und Phuket war Regen angesagt. Also nächstes Land. Wie wäre es mit Malaysia? Perfekt von Singapur aus mit dem Bus zu erreichen, doch wirklich einen Plan von dem Land hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.  Auch hier informierten wir uns über die Regionen, die vom Monsun betroffen waren. Der Westen sollte im August nicht bereist werden, doch der Osten wäre ideal. Kurz und knapp, wir entschieden uns fünf Tage vor Abreise einen komplett neuen Trip in den Osten von Malaysia zu planen. 

Hello Singapore!

Am 12.08.2018 startete unser Abenteuer. Es ging spät abends von Frankfurt über Neu Dheli nach Singapur. Wir sind mit Air India geflogen und dazu kann ich nur Folgendes sagen: Bitte, egal wie günstig ein Flug ist, bucht niemals diese Airline! Ich dachte wirklich, dass wir jeden Moment abstürzen würden und das Personal ist unglaublich unfreundlich, sowas habe ich noch nie erlebt! Nach anstrengenden 18 Stunden erreichten wir endlich den Flughafen Changi, danach ging es hundemüde ins Hotel und ab ins Bett.

Tag 1:

Da wir zwei volle Tage in Singapur hatten, entschieden wir uns, alle Sehenswürdigkeiten mit dem Hop On Hop Off Bus abzuklappern.  Am ersten Tag besuchten wir den Botanischen Garten, dort gab es ein leckeres Mittagessen im Restaurant The Halia at Singapore Botanic Gardens inmitten tropischer Pflanzen. Die Gerichte waren geschmacklich 1A und natürlich bezahlt man auch etwas mehr für die Kulisse. Ich kann es nur empfehlen!

Den Abend verbrachten wir auf der höchsten Rooftopbar der Welt, 1 – Altitude, mit Blick über die ganze Stadt. Definitiv einen Besuch wert, auch wenn es, wie alles in Singapur, nicht ganz günstig ist (35 SGD bis 21.00 Uhr und 45 SGD nach 21.00 Uhr inklusive 2 Getränke).

Tag 2:

Unseren zweiten Tag starteten wir mit einem ausgiebigen Frühstück bei Common Man Coffee Roasters. Singapur hat eine unglaubliche Auswahl an Restaurants und wäre ich heute dort, wäre meine Empfehlungsliste wahrscheinlich weitaus umfangreicher. Die Preise hingegen sind erschlagend. Wir haben für ein Frühstück zusammen 80 SGD gezahlt. Drei Gerichte und zwei Heißgetränke. Singapur ist wirklich unglaublich teuer!

Anschließend erkundeten wir die Gegend rund um das Marina Bay Sands Hotel. Voller Euphorie hatten wir uns  vorgenommen, einmal im Leben im weltbekannten Infinity Pool zu schwimmen. Vor Ort dann die Enttäuschung – der Pool ist nur für Hotelgäste zugänglich.  
Darauf hin haben wir uns entschlossen, der Insel Sentosa einen Besuch abzustatten. Die Insel liegt außerhalb der Stadt und ist mit dem Bus oder einem Taxi gut zu erreichen. Neben den Universal Studios gibt es hier eine Menge weiterer Freizeitaktivitäten sowie einen künstlich angelegten Strand. Den Abend ließen wir in einem der Beachclubs ausklingen. Im Ola Beach Club mussten wir keinen Eintritt bezahlen und konnten die Liegen sogar kostenfrei nutzen. Die Küche ist hawaiianisch angehaucht und super lecker!

Von Singapur nach...

Am nächsten Tag ging es frühmorgens mit dem Bus weiter nach Kuala Lumpur, in die Hauptstadt Malaysias. Die Grenzüberschreitung lief entspannt und problemlos ab. Nach ca. 8 Stunden Fahrt sind wir endlich am großen Busterminal angekommen. Wir nahmen eines der klapprigen roten Taxen und machten uns auf den Weg in unser Hotel. Das Apartmenthotel Fraser Residence Kuala Lumpur liegt im Herzen der Stadt (Golden Triangel) und verfügt über einen Infinity Pool mit Blick über die Skyline. Die Apartments sind großzügig geschnitten und lassen nichts zu wünschen übrig. 

What to do & where to eat in Kuala Lumpur?

Die malaysische Küche ist stark von der Indischen geprägt und ihr findet an fast jeder Ecke Currys, Naan Brot und Co. Wir haben wirklich gut und günstig gegessen und meist nie mehr als 12 € zusammen gezahlt, wenn nicht sogar noch weniger. Malaysia ist ein muslimisches Land und vor Ort sollte man sich dementsprechend verhalten. Zu kurze Kleidung und enger Körperkontakt, wie Küssen, sollten in der Öffentlichkeit vermieden werden.

Insgesamt verbrachten wir drei Tage in KL. Wir erkundeten die Stadt hauptsächlich zu Fuß. Neben den vielen günstigen Einkaufszentren, besuchten wir Chinatown, die Petronas Towers und die Batu Caves. Die riesige Statue gilt als Haupttouristenattraktion und liegt ca. 1,5 Stunden außerhalb der Stadt. Die Batu Caves können gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Leider waren wir alles andere als begeistert, es ist dreckig und liegt direkt an einer stark befahrenen Straße. Meiner Meinung nach ist ein Besuch kein Muss!

Ein absolutes Highlight hingegen war die Helibar. Ein Helikopterlandeplatz, der sich abends in eine Rooftopbar verwandelt.  Der Eintritt ist umsonst, man muss lediglich einen Drink bestellen, um nach ganz oben zu kommen. Der Ausblick ist der absolute Wahnsinn!

Neben der Heli Bar war das Hotel THE FACE Suites eine absolute Sensation. Die Aussicht bei Nacht ist unbeschreiblich und der Infinity Pool erst…der Ort ist ideal, um abends etwas trinken zu gehen und ausgiebig zu feiern! 

Gravy Baby ist eine weitere Bar, die es uns angetan hat. Sie ist im Golden Triangel gelegen und punktet mit leckeren Cocktails sowie Milkshakes!

Von der Stadt ins Paradies...

Nach sechs Tagen Sightseeing und Co. hatten wir genug vom Stadtleben und nahmen den Nachtbus von KL nach Kuala Besut, der Ablegestelle für das Taucherparadies Perhentian Islands.  Die Fahrt dauerte tatsächlich 11 Stunden und wir waren dann auch heilfroh, als wir endlich unser Ziel erreichten. Von dort aus ging es mit einem Speedboot weiter auf die Insel Pulau Perhentian Kecil.

Da wir alles so kurzfristig buchen mussten, war die Auswahl an Unterkünften begrenzt. Der August zählt zur Hauptsaison und die Insel ist bei Einheimischen sowie Touristen äußerst beliebt. Wir verbrachten insgesamt fünf Nächte auf der Insel und mussten davon unglücklicherweise drei mal umziehen. Die meiste Zeit hatten wir ein wirklich schönes Hotel, das MIMPI gilt als Top Adresse auf der Insel. Es war relativ teuer, doch das mussten wir in Kauf nehmen, da es die letzte verfügbare Unterkunft für diesen Zeitraum war.

Die Zeit auf der Insel war wirklich entspannt, wir lagen die meiste Zeit am Strand, erkundeten die verschiedenen Strandabschnitte und unternahmen einen Schnorcheltrip. Action gibt es vor allem abends am Longbeach, dem längsten Strand der Insel. Coral Beach, der kleinere Strandabschnitt, lädt eher zum Relaxen ein. Tauchen haben wir leider nicht geschafft, obwohl uns gesagt wurde, dass die Insel als günstigste Adresse weltweit gilt, um seinen Tauchschein zu machen.

Bye Bye Paradise!

Nach sechs erholsamen Tagen auf den Perhentian Islands ging es von Kuala Terrenganu mit dem Flieger zurück nach Kuala Lumpur. Der Flug mit Air Asia war günstig und dauerte nur 50 Minuten. Die Nacht verbrachten wir in einem Airport Hotel bevor es früh morgens weiter nach Borneo, dem anderen Teil von Malaysia, in Sabahs Hauptstadt Kota Kinabalu, ging.

Kota Kinabalu: Kein typisches Reiseziel

Kota Kinabalu ist auf keinen Fall ein typisches Touristenziel. Da wir aber noch mehr von Malaysia sehen wollten, haben wir uns dafür entschieden auch diesen Teil des Landes zu besuchen. Wir waren positiv überrascht, denn auch hier war ein westlicher Einfluss zu spüren. Große Shopping Malls, Bars und schicke Restaurants sind vor Ort zu finden. Die Preise waren sogar nochmal günstiger als auf dem Festland, wir zahlten beispielsweise für ein vegetarisches Buffet 1 Euro pro Person. Das kann man sich in Deutschland kaum vorstellen oder?

Food Court in der Imago Shopping Mall

Wir buchten uns ein Doppelzimmer im Masada Backpacker Hostel. Alles war super sauber und im Zimmerpreis war ein einfaches Frühstück enthalten. Man konnte auch direkt an der Rezeption Touren buchen. Die Preise lagen bei circa 30 Euro, inklusive Abholung und Verpflegung. Wir entschieden uns für eine Tour in den Kota Kinabalu National Park und für eine Flussfahrt, auf der man Affen und Glühwürmchen sehen konnte. Beide Touren waren ganz cool, nur leider saßen wir viel zu lange im Bus.

An einem anderen Tag besichtigten wir die wunderschöne City Mosque. Eine wirklich beeindruckende Moschee, die auf dem Wasser erbaut wurde. Vor Ort bekommt man Kleidung, um die Moschee betreten zu dürfen. Es war eine einmalige Erfahrung!

Vor der Küste liegen einige schöne Badeinseln, die von Kota Kinabalu leicht mit dem Speedboot zu erreichen sind. Wir verbrachten somit die letzten zwei Tage auf der Insel Manukan und ließen nochmal die Seele baumeln.

Abends haben wir öfter den Night Seafood Market besucht. Neben Fisch wird hier auch frisches Obst, leckere Smoothies und sonstige Spezialitäten angeboten. Wir waren gefühlt die einzigen Touristen vor Ort, wer also nach einer echten einheimischen Erfahrung sucht, sollte hier vorbeischauen. 

Back to Singapore

Am letzten Tag, bevor es zurück nach Deutschland ging, erkundeten wir nochmal Singapur. Wir starteten den Tag mit einem leckeren Frühstück bei Tolido’s Espresso Nook

Abends ging es zu den Gardens by the Bay, wo uns eine faszinierte Lichtershow regelrecht von den Socken haute!

Wir waren super glücklich, noch ein paar Stunden in Singapur verbringen zu dürfen. Die Stadt steckt voller Überraschungen und ist meiner Meinung nach sehr sehenswert. Unsere Erwartungen wurden, vor allem beim zweiten Besuch, übertroffen. Die Stadt legt so viel Wert auf Innovation, Ordnung und besonders auf die Umwelt. Noch nie habe ich eine Großstadt gesehen, die so grün ist. Obwohl Singapur eine der teuersten Städte weltweit ist, hat sich jeder Cent gelohnt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass es immer am besten ist, ohne große Erwartungen eine Reise anzutreten, denn nur dann kann man so positiv überrascht werden, wie ich es wurde!

*Beitrag enthält unbezahlte Werbung.